Bisweilen ist die IPv6-Konnektivität eines VServers streckenweise unterbrochen. Das liegt meist an einer fehlgeleiteten Methode der Autokonfiguration oder an fehlenden Routen. Sie erkennen das an einer Meldung wie "Network unreachable" beim Versuch, IPv6-Gegenstellen zu erreichen.
Prüfen Sie zunächst, ob ein DHCP Client Daemon "dhcpcd" oder ein "radvd" in der Prozeßliste Ihres VServers auftaucht (per "ps auxxw"). Dieser sollte stets gestoppt, besser noch deinstalliert sein, denn wir nutzen kein DHCP zur Adreßvergabe (weder in IPv4 noch in IPv6).
Sollte das Problem noch immer nicht behoben sein, so kann es sein, daß der Vserver sein Default-Gateway nicht erreichen kann. Prüfen Sie dies mit
ping6 2a00:12c0:1015::1
Falls der Ping nicht erfolgreich ist, fügen Sie bitte folgende Route manuell hinzu:
ip -6 route add 2a00:12c0:1015::1 dev eth0
Das sollte die Probleme lösen. Sie können die Route auch in Ihrer /etc/network/interfaces eintragen, etwa so:
iface eth0 inet6 static
address 2a00:12c0:1015:XX:0:0:0:2
netmask 64
up ip -6 route add 2a00:12c0:1015::1 dev eth0
down ip -6 route del 2a00:12c0:1015::1 dev eth0
up ip -6 route add default via 2a00:12c0:1015::1 dev eth0
down ip -6 route del default via 2a00:12c0:1015::1 dev eth0
Hintergrund der Problematik: Im Vserver-Bereich isolieren wir die Server netztopologisch derzeit nicht, da es die Routerkonfiguration zu sehr aufblähen würde, für jedes Subnet (mithin also für jeden VServer) ein eigenes Default-Gateway zu installieren. Daher verwenden wir ein /48 für alle VServer und ein /96 für jeden einzelnen VServer. Das bedeutet aber auch, daß das Default-Gateway außerhalb des durch die Netzmaske definierten Subnets ist, was eine statische Route notwendig macht.